THEATERSTÜCK: «A SAPTEA KAFANA» (DAS SIEBTE KAFFEEHAUS)

IOM Bern organisierte in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom 25.-29. Februar 2008 vier Aufführungen des Theaterstücks "A saptea Kafana – das siebte Kaffeehaus" in Zürich, Bern, Genf und Chiasso.

Das Theaterstück wurde in Moldawien entwickelt, um die Bevölkerung über die Risiken und Folgen von Menschenhandel zu sensibilisieren. Der Text beruht auf Erzählungen von Frauen, welche zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ins Ausland verkauft wurden. Nach der Premiere im Jahr 2001 in Chisinau, wurde "das siebte Kaffeehaus" in verschiedenen Dörfern im ganzen Land aufgeführt. Seit sieben Jahren wird das Theaterstück regelmässig in Moldawien, der Ukraine, Weissrussland, Russland und Europa aufgeführt.

Das berührende Theaterstück berichtet von sechs Frauen und ihren Erfahrungen von dem Moment, als sie sich entschliessen das vielversprechende Jobangebot im Ausland anzunehmen bis hin zu ihrer Rückkehr ins Heimatland. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist gross: «Ich willigte ein. So etwas erwartete ich nicht. Ich dachte gar nicht daran, dass siemir so etwas antun könnte. Und ich bin los und war so richtig fröhlich.» Der Alptraum beginnt, als sie sich in den Händen skrupelloser Menschen befinden, deren einziges Ziel es ist, die Frauen auszubeuten um Geld zu verdienen. «So viel habe ich schon durchgemacht. 18 Mal wurde ich verkauft». Als sie endlich der Zwangssituation entfliehen können und nach Hause zurückkehren, müssen sie sich den Reaktionen ihrer Familie und Freunde stellen und darüber hinaus versuchen, mit der Vergangenheit umzugehen.

Die Schweizertournee des Kulturzentrum "Coliseum" aus Moldawien ermöglichte dem Publikum, mit der Wahrnehmung und Erfahrung der Betroffenen konfrontiert zu werden. Gleichzeitig wird der Dialog zwischen Herkunfts- und Zielland durch gegenseitiges Verständnis gefördert.

Nach jeder Aufführung fand eine Diskussionsrunde mit Experten statt. Der Direktor der Theatergruppe Mihai Fusu sowie Experten im Bereich der Bekämpfung von Menschenhandel standen für Fragen des Publikums zur Verfügung.

Das Theaterstück wurde in Französisch publiziert bei Maison d’europe et d’orient : Editions l’espace d’un instant «Le septième Kafana», paru en 9/2004.

„Sie, Angela, meine beste Freundin hat mich verkauft.“ 

Die Aussagen der Frauen werden in diesem Stück von sieben professionellen SchauspielerInnen authentisch dargestellt. Eine erzählt von Angela, ihrer besten Freundin, die sie verkauft hat. Die andere, wie die Schmuggler sie zwangen in der Nacht mit einem löchrigen Boot die Donau zu überqueren. Einer schwangeren Frau wird in den Bauch getreten, bis sie ihr Kind verliert. Ein Bürgermeister verkaufte 13 junge Mädchen aus seinem Dorf um seiner Tochter den Urlaub zu finanzieren. Glücklicherweise, bleiben den Frauen manchmal ein paar Momente des Glücks und ein bisschen Humor um das Grauen zu überleben. 

Nach ihrer Rückkehr in Moldawien wartet weiteres Leid auf sie: die Angst vor der Reaktion der Anderen, die Unmöglichkeit über das Geschehene und die dadurch entstandenen Wunden zu erzählen oder auf die Frage zu antworten, die von den Behörden gestellt wird: Bleibst du hier oder gehst du? 

Danny Rossel, Schauspielerin, Übersetzerin des Französischen Textes