Rückkehrhilfe ab Empfangs- und Verfahrenzentren (REZ)

Seit dem 1. März 2005 hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) das interne Pilotprojekt „Rückkehrhife ab Empfangs- und Verfahrenszentren“ REZ durchgeführt, welches das Ziel hat, die freiwillige  Ausreise von Personen ab den Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) zu fördern. Das Projekt hat sich in seiner Pilotphase bewährt und wurde als Folge dessen definitiv eingeführt und in die Weisung über die individuelle Rückkehr (Asyl 62.2) integriert. Das Mandat für die Umsetzung von REZ wurde an IOM Bern vergeben. Seit April 2007 bietet IOM die Beratung in allen EVZ an. Seit 2009 besteht für Asylsuchende auch in der Transitzone des Flughafens Genf und Zürich ein Angebot  für eine Beratung bezüglich der freiwilligen Rückkehr.

Im Zentrum der Tätigkeit von IOM in den einzelnen Empfangs- und Verfahrenstellen (EVZ)  liegt die zielgerichtete Beratung und umfassende Information der Asylsuchenden betreffend der Option der freiwilligen Rückreise.  Das qualitative Ziel von REZ ist, die umfassende und flächendeckende Erfassung und Beratung aller rückkehrwilligen Personen im EVZ und die Organisation der sicheren Ausreise dieser Personen.

Die EVZ befinden sich in Chiasso, Vallorbe, Kreuzlingen, Altstätten und Basel. IOM bemüht sich im Rahmen von REZ eine Verbindung zwischen der Rückkehrberatung in der Schweiz, der Rückkehrlogistik und der Situation im Herkunftsland herzustellen.

Was bietet REZ?

Asylsuchende Personen, die sich in den Empfangszentren (EZ), oder in der Transitzone des Flughafens Genf oder Zürich aufhalten, können bei einer freiwilligen oder pflichtgemässen Ausreise Rückkehrhilfe beantragen. Diese umfasst im Wesentlichen eine finanzielle Hilfe von CHF 500.-- pro erwachsene und CHF 250.-- pro minderjährige Person und die individuelle Rückkehrhilfe aus medizinischen Gründen. In begründeten Ausnahmefällen kann nach Rücksprache mit der Sektion Rückkehrgrundlagen und Rückkehrhilfe des SEMs auch materielle Zusatzhilfe gewährt werden, insbesondere bei vulnerablen Personen. Die Rückkerhrberater informieren Asylsuchende, die sich in der Transitzone des Flughafens Genf oder Zürich befinden, über die Möglichkeit einer freiwilligen Rückkehr und organisieren in den gewünschten Fällen eine Rückreise.

Kein Anspruch auf finanzielle oder materielle Hilfe haben Personen aus EU-Ländern oder einem traditionellen Einwanderungsstaat (namentlich USA, Kanada, Australien). Betroffen von dieser Praxisrichtlinie sind in erster Linie Personen aus den neuen EU-Ländern 2007, Bulgarien und Rumänien (Ausnahme: vulnerable Fälle). Zudem ist  die Rückkehrhilfe für diejenigen Länder, die von der Visapflicht für die Einreise in die Schweiz befreit wurden (Serbische Republik, ehem. Jugoslawische Republik Mazedonien) begrenzt.

Die Gewährung der Rückkehrhilfe und die Organisation der Ausreise erfolgt durch die für REZ zuständigen Stellen in Zusammenarbeit mit der Abteilung Rückkehrkehrhilfe und Rückkehrgrundlagen des SEM und mit SwissREPAT.

Im Jahr 2012 konnten 1893 Personen dank dem REZ Projekt freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückkehren