Resettlement

http://medialib.iom.int/assetpreview/get/34738?sz=900&1495550793Das Projekt "Resettlement"

Der Konflikt in Syrien hat seit März 2011 hunderttausende von Menschen dazu gezwungen, ihr Land zu verlassen. Alleine im Libanon sind zurzeit über 1 Million Syrische Flüchtlinge registriert, in Jordanien zählt man über 600‘000 Flüchtlinge (Quelle, am 9. Januar 2017). Die Aufnahme von einer gewissen Anzahl der vulnerabelsten Flüchtlinge in der Schweiz erlaubt nicht nur einen erweiterten Schutz für diese Menschen zu gewähren sondern trägt auch zu den humanitären Bestrebungen der internationalen Gemeinschaft bei, diese Verantwortung zu teilen. Seit 2013 beteiligt sich die Schweiz aktiv an diesen Bestrebungen und nimmt Syrische, Irakische und Palästinensische Flüchtlinge aus dem Libanon, Syrien und Jordanien in der Schweiz auf.

Der Bundesrat hatte im September 2013 beschlossen, im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts insgesamt 500 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen. Ende 2015 konnte das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt sind 503 Personen in die Schweiz eingereist. Im März 2015 entschied der Bundesrat weitere schutzbedürftige Opfer des Syrienkonflikts in der Schweiz aufzunehmen – gestaffelt über die Dauer von drei Jahren. Diese mehrjährig angelegte Aufnahmeaktion konnte im Januar 2017 abgeschlossen werden. Insgesamt reisten im Rahmen des Schweizer Resettlement Programms 994 Personen in 35 Gruppen in die Schweiz ein.

Im Dezember 2016 beschloss der Bundesrat sein Engagement zu erneuern und innerhalb von 2 Jahren weitere 2000 Flüchtlinge in diesem Rahmen in der Schweiz aufzunehmen.  

Das Schweizer Resettlement Programm wird von UNHCR und IOM im Auftrag des SEM seit 2013 umgesetzt.

Auswahlkriterien

  • Schutzbedürfnis
  • Integrationspotenzial und Integrationswille
  • Quote von 40–60% für Frauen und Mädchen
  • Quote von mind. 7% für Menschen mit einer Behinderung, Kranke oder Betagte
  • Prioritäre Behandlung von Dossiers von Flüchtlingen, die Familienangehörige in der Schweiz haben, die gesetzlichen Bestimmungen für eine Familienzusammenführung jedoch nicht erfüllen

Ablauf

Das Angebot

Das SEM finanziert folgende IOM Projekte, welche unter der Aufsicht von IOM Bern umgesetzt werden:

“Providing refugee resettlement assistance to the Government of Switzerland”

  • Organisation der Interviews des SEM: logistische Unterstützung für die Organisation der Auswahlinterviews des SEM vor Ort inkl. Beförderung der Flüchtlinge zum Interview, Raummiete, etc.
  • Reisevorbereitung: medizinische Abklärung aller Flüchtlinge durch Ärztinnen und Ärzte von IOM, Beschaffung der nötigen Papiere wie z.B. Ausreisevisum oder Reisedokument, Beförderung der Flüchtlinge zu den Arztterminen, zu der Botschaft, etc.
  • Reiseorganisation: Flugbuchung, wenn nötig Organisation von medizinischen oder sozialen Begleitpersonen, Ausreise- und Transitunterstützung

 

"Swiss Pre-departure Orientation Program"

  • Organisation eines 3-tägigen „Pre-departure Orientation“ Kurses: alle Flüchtlinge über 14 Jahre nehmen an diesem 3-tägigen Kurs teil, der kurz vor der Ausreise in die Schweiz von IOM Beirut/Amman organisiert wird. Für die kleineren Kinder wird eine Kinderbetreuung organisiert. Während diesem Kurs werden die Flüchtlinge auf ihr zukünftiges Leben in der Schweiz vorbereitet, verschiedene Themen wie Arbeitsmarkt, Gesundheits - und Schulsystem, Allgemeinwissen über das Land, Kultur und Religion, Traditionen, Informationen zum Zielkanton etc. werden diskutiert und interaktiv mit den Flüchtlingen zusammen thematisiert. Hauptziel des Kurses ist, die Flüchtlinge auf die grossen Veränderungen vorzubereiten und unrealistische Vorstellungen des zukünftigen Lebens zu vermeiden.
  • Organisation eines „Post-Arrival Training“: nach ihrer Ankunft in der Schweiz verbringen die Flüchtlingsgruppen ca. 2-3 Wochen in einem Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ), um die letzten administrativen Schritte abzuschliessen. Während dieser Zeit organisiert IOM ein „Post-Arrival Training“. Dies dauert ca. 2-3 Stunden, nimmt die wichtigsten Themen des „Pre-departure Orientation“ Kurses nochmals auf, gibt den Flüchtlingen noch zusätzliche Informationen zum Zielkanton und vor allem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ihre Sorgen zu teilen.

Für weitere Informationen

Resettlement Brochure 2017

http://data.unhcr.org/syrianrefugees/regional.php

https://www.iom.int/resettlement-assistance 

http://www.resettlement.eu/ 

http://www.unhcr.org/dach/ch-de/resettlement-und-aufnahme

http://www.unhcr.org/pages/4a16b1676.html