Reintegration (Reintegration Assistance Switzerland)

Seit 2002 bietet IOM Bern im Rahmen von R.A.S. (Reintegration Assistance Switzerland) Unterstützung bei der Umsetzung individueller Rückkehrhilfe (individuelle Zusatzhilfe und medizinische Rückkehrhilfe) für Personen, die freiwillig aus der Schweiz in ihr Herkunftsland zurückkehren. Die individuelle Rückkehrhilfe vereinfacht die Rückkehr der betroffenen Personen und leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Reintegration in ihren Herkunftsländern.

Die Reintegrationshilfe im Programm R.A.S

Die Rückkehr- und Reintegrationshilfe im Rahmen des Programms R.A.S. kann verschiedene Formen annehmen. Für die folgenden Bereiche kann Unterstützung erbracht werden:

  • Berufliche Wiedereingliederung/ Finanzierung von Kleinstunternehmen
  • Wiederaufbau/ Wohnen
  • Aus- und Weiterbildung
  • Ausstellung von Dokumenten
  • Weitere reintegrationsrelevante Dienstleistungen (soziale Unterstützung zur Wiedereingliederung, cash for care, cash for shelter, etc.)
  • Medizinische Versorgung

Bewilligung und Finanzierung von R.A.S.

Das Programm R.A.S. wird grundsätzlich durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) finanziert, kann aber auch von den Kantonen oder NGOs bzw. Hilfswerken durch die Bereitstellung eigener Mittel genutzt werden. IOM Bern koordiniert dabei die Organisation der Reintegrationshilfe zwischen den Schweizer Behörden bzw. NGOs und Hilfswerken einerseits und den IOM Vertretungen in den Herkunftsländern der Rückkehrenden anderseits.

Die Entscheidung, welche Projekte und Anträge zur Nutzung der Reintegrationshilfe genehmigt werden, liegt bei den Geldgebern, hauptsächlich bei dem SEM. Die Gesuche werden jeweils fallspezifisch und in Rücksprache mit IOM Bern, den betroffenen kantonalen Rückkehrberaterinnen und -beratern und bei Bedarf mit den IOM Büros vor Ort auf Machbarkeit, Nachhaltigkeit und Notwendigkeit geprüft.

Vorgehen/ Ablauf

Die rückkehrende Person wendet sich mit einem Gesuch auf Rückkehr- und Reintegrationshilfe an die kantonale Rückkehrberatungsstelle (RKB). Gemeinsam wird versucht, eine Lösung zu erarbeiten. Häufig wird in dieser Phase IOM Bern konsultiert um mit Hilfe des Programms Informationsbeschaffung im Herkunftsland (RIF) die Machbarkeit und Umsetzung der Rückkehrhilfe mit IOM Vertretungen vor Ort zu prüfen.

Daraufhin leitet die Rückkehrberatungsstelle den konkreten Antrag auf individuelle Rückkehrhilfe an das SEM weiter. Wird dieser genehmigt, kann das SEM IOM Bern den Auftrag erteilen, das  Reintegrationsprojekt im Herkunftsland umzusetzen. IOM Bern informiert daraufhin das betreffende IOM Büro, welches die individuelle Unterstützung für die Rückkehrerinnen und Rückkehrer vor Ort erbringt (z.B. Auszahlung der Zusatzhilfe). 

Nebst den Auszahlungen der bewilligten Reintegrationshilfe übernimmt die IOM Vertretung vor Ort auch beraterische und organisatorische Funktionen, wie beispielsweise Unterstützung bei Anpassungen des individuellen Reintegrationsprojektes.

 

Monitoring/ follow-up

Falls vom Auftraggeber erwünscht, kann IOM auch eine Evaluation bzw. ein Monitoring hinsichtlich der Umsetzung und Nachhaltigkeit der gewährten Hilfe vor Ort durchführen.

Die im Rahmen von R.A.S. gewährte Hilfe dient der Erleichterung der Reintegration; eine zeitlich unbegrenzte Unterstützung durch IOM ist dagegen nicht möglich und im schweizerischen Asylgesetz nicht vorgesehen.

Anfragen für Informationen können per E-Mail an bern(at)iom.int und per Telefon an 031 350 82 11 gerichtet werden.