Projekte und Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Menschenhandel

Projekte und Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Menschenhandel sind weltweit ein Hauptaufgabengebiet von IOM. Seit mehr als 18 Jahren ist IOM weltweit aktiv in der Bekämpfung von Menschenhandel und hat seither mehr als 15'000 Betroffene unterstützt.

Die Aktivitäten der IOM in diesem Bereich werden in den breiteren Kontext des Migrationsmanagements gesetzt und durch einen umfassenden und menschenrechtsorientierten Ansatz geleitet. Die zahlreichen Projekte werden in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, NGOs und internationalen Organisationen umgesetzt.

Projekte der IOM zur Bekämpfung von Menschenhandel werden in den Bereichen Prävention technische Zusammenarbeit und der direkten Unterstützung für Betroffene durchgeführt. Seit 1994 hat die Internationale Organisation für Migration (IOM) ungefähr 500 Projekte in 85 Ländern umgesetzt.

Das Hauptziel ist die Bekämpfung jeglicher Ausbeutung von Migrantinnen und Migranten, insbesondere die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, welche Betroffene vom Menschenhandel erleiden. Die Kapazität unserer Partnerinnen und Partner in Regierung und Zivilgesellschaft sollen gestärkt und Arbeitsstandards sichergestellt werden. Des Weiteren soll gewährleistet werden, dass

  • von Menschenhandel betroffene Personen Schutz erhalten und gestärkt werden;

  • die Problematik Menschenhandel eine erhöhte Aufmerksamkeit zuteilwird;

  • Betroffenen von Menschenhandel Gerechtigkeit widerfährt.

IOM Bern führte von 2005 bis 2007 ein Pilotprojekt zur Unterstützung von Betroffenen von Menschenhandel bei ihrer freiwilligen Rückkehr ins Herkunftsland sowie eine Vermittlung in Rehabilitations- und Reintegrationsprogramme vor Ort an. Vom 1. April 2008 bis am 31. März 2010 bot das Staatssekretariat für Migration (SEM) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in einer Pilotphase ein Rückkehr- und Wiedereingliederungsprogramm an für Betroffene von Menschenhandel und Cabarettänzerinnen und -tänzer, die sich in der Schweiz in einer Ausbeutungssituation befinden. Aufgrund der Ergebnisse des Pilotprojekts hat das Staatssekretariat für Migration entschieden, das Pilotprojekt per 1. April 2010 in ein unbefristetes Rückkehr- und Wiedereingliederungsprogramm zu überführen.

Im Februar 2007 organisierte IOM Bern in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) eine Theatertournee zur Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Menschenhandel.

IOM Bern ist aktiv beteiligt an verschiedenen Weiterbildungsmassnahmen für Behörden, NGOs und andere Stellen, sowie bei der Planung als auch bei der Umsetzung und der Weiterentwicklung. Aufgrund der weltweiten Erfahrung im Bereich der Bekämpfung des Menschenhandels nimmt IOM in verschiedenen Gremien eine Beratungsfunktion ein.

 

IOM orientiert sich an der Menschenhandels-Definition der UNO (Zusatzprotokoll zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität PDF 489 KB):

„Bezeichnet der Ausdruck «Menschenhandel» die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung, Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit oder durch Gewährung oder Entgegennahme von Zahlungen oder Vorteilen zur Erlangung des Einverständnisses einer Person, die Gewalt über eine andere Person hat, zum Zweck der Ausbeutung. Ausbeutung umfasst mindestens die Ausnutzung der Prostitution anderer oder andere Formen sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Zwangsdienstbarkeit, Sklaverei oder sklavereiähnliche Praktiken, Leibeigenschaft oder die Entnahme von Organen.”