Projekt Rückkehrhilfe AuG

Mit der Einführung des neuen Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) wurde der Zugang zur staatlichen Rückkehrhilfe für gewisse Personengruppen im Ausländerbereich ermöglicht.

Das freiwillige Rückkehr- und Reintegrationsprogramm für Opfer von Menschenhandel und Cabarettänzerinnen in einer Ausbeutungssituation wird vom Staatssekretariat für Migration (SEM) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM), den Rückkehrberatungsstellen (RKB) und der Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) umgesetzt.

An wen richtet sich das Projekt?

Das Projekt richtet sich an Opfer und Zeuginnen und Zeugen von Menschenhandel sowie an Cabarettänzerinnen und –tänzer, die sich in der Schweiz in einer Ausbeutungssituation befinden. Opfer von Menschenhandel, die im Ausland ausgebeutet wurden, und Betroffene von versuchtem Menschenhandel haben ebenfalls Zugang zum Rückkehrhilfeangebot.

Was ist das Ziel des Projektes?

  • Erleichterung der freiwilligen Rückkehr der betroffenen Personen
  • Unterstützung des Rehabilitations- und nachhaltigen Reintegrationsprozesses im Heimatland (oder einem Drittstaat)

Wie werden die Betroffenen Personen unterstützt?

  • In der kostenlosen, vertraulichen und unverbindlichen Beratung bei einer der kantonalen Rückkehrberatungsstellen (RKB)der FIZ, anderen in der Schweiz aktiven NGOs oder der Opferhilfestellen werden die Bedürfnisse in Hinblick auf die Rückkehr und Reintegration besprochen.
  • Über das IOM Büro vor Ort klärt IOM Bern ab, welche spezifisch auf die Bedürfnisse der betroffenen Person zugeschnittenen Massnahmen im Rückkehrland organisiert werden können.
  • Im Bereich Reisevorbereitung und Rückkehrtransport (Buchung, Ticketing, Transitunterstützung, ggf. (medizinische) Begleitung, Empfang am Flughafen, Weitertransport zum Heimatort) arbeitet IOM Bern eng mit swissREPAT, den Kantonen und IOM vor Ort zusammen.
  • Eine finanzielle Starthilfe soll den Personen den Wiedereinstieg erleichtern
  • Die materielle Zusatzhilfe unterstützt die Betroffenen in ihrer Reintegration und kann für die soziale und/oder berufliche Wiedereingliederung verwendet werden:
    • Soziale Reintegration (Wohnraum, vorübergehender Aufenthalt in einem geschützten und/oder betreuten Wohnheim, Vernetzung mit Sozialhilfeinstitutionen, etc.
    • Berufliche Reintegration (Ausbildung, Aufbau von Kleinstprojekten, etc.)
    • Ausbildung
    • Weitere reintegrationsrelevante Dienstleistungen
  • Medizinische- und/oder psychosoziale Unterstützung (Medikamente, Behandlungen, Tests, etc.)
  • Das IOM Büro im Herkunftsland und/oder dessen lokale Partner können die Person begleiten und ein Monitoring des Reintegrations- und Rehabilitationsprozesses durchführen.
  • Weitere Informationen können dem Merkblatt entnommen werden.

Zusätzlich zu dieser individuellen Unterstützung für die einzelnen Rückkehrerinnen und Rückkehrer leistet das SEM mittels Strukturhilfe einen Beitrag zur Bekämpfung des Menschenhandels in Herkunftsländern von Betroffenen.