PROJEKT DER FREIWILLIGEN RÜCKKEHR GESTRANDETER MIGRANTINNEN UND MIGRANTEN IN MAROKKO UND WIEDEREINGLIEDERUNG INS HERKUNFTSLAND

Das Projekt bezüglich der Unterstützung der freiwilligen Rückkehr gestrandeter Migrantinnen und Migranten in Marokko und deren Wiedereingliederung in ihre Herkunftsländer wird im Rahmen der umfassenden Aktivitäten von IOM im Bereich der freiwilligen Rückkehr umgesetzt. Mit der Finanzierung durch die Schweizerische Regierung wird das Projekt von IOM in Zusammenarbeit mit den marokkanischen Behörden und weiteren lokalen Partnerinstitutionen durchgeführt. Im Jahr 2007 für anfängliche 12 Monate lanciert, wurde das Projekt dank einer Kofinanzierung der Schweiz und mehreren europäischen Ländern um ein Jahr verlängert. Aufgrund der positiven Erfahrungen trat das Projekt im April 2010 in eine weitere Phase mit der gemeinsamen Finanzierung von Belgien und der Schweiz (BFM und Humanitäre Hilfe der DEZA).

Kontext

Den Rahmen des Projekts bildet der Verlauf von Migrationsachsen durch die Maghreb-Region. Die maghrebinischen Länder sind nicht mehr nur Emigrationsländer in Richtung Europa, sondern wurden zu Transit- oder Zielstaaten für MigrantInnen aus dem subsaharischen Afrika. Nun aber erreicht nur ein kleiner Teil dieser Migrantinnen und Migranten Westeuropa und eine Vielzahl von ihnen findet sich in Marokko „gestrandet“ wieder, oft sogar während mehreren Jahren.

Zielsetzungen

Das Projekt bietet diesem kritischen humanitären Zustand durch das Angebot der freiwilligen Rückkehr und der Stärkung entsprechender Strukturen eine Alternative. Ferner ist dies eine Antwort auf ein zunehmendes Anliegen seitens der Migrantinnen und Migranten.

Die spezifischen Ziele sind folgende:

  • Unterstützung der freiwilligen Rückkehr von gestrandeten Migrantinnen und Migranten in Marokko, mit besonderer Aufmerksamkeit für vulnerable Personen;
  • Hilfestellung bei der Wiedereingliederung der migrierten Personen in ihren Herkunftsländern;
  • Stärkung der Kapazitäten der marokkanischen Regierung in der Handhabung des Migrationsstroms;
  • Festigung der Partnerschaft mit den marokkanischen Behörden und den lokalen Partnerinstitutionen;
  • Beitrag zu Management und Prävention irregulärer Migration in Marokko durch eine würdige Alternative.

Tätigkeiten

Im Rahmen dieses Projekts sind folgende Massnahmen vorgesehen:

  • Auswahl berechtigter Personen; besondere Aufmerksamkeit für vulnerable Personen (Frauen, Familien und ältere Leute).
  • Beratung und Information zu den Möglichkeiten der Rückkehrhilfe in Marokko.
  • Organisation der Reise (Reisedokumente, Flugticket, Transit, Empfang bei der Ankunft, Weitertransport, Formalitäten, etc.).
  • Finanzielle Rückkehrhilfe und Unterstützung bei der Reintegration (Beihilfe bei Tätigkeiten zur Wiedereingliederung).
Hauptsächliche Umsetzungen
  • Von März 2007 bis Juli 2008 konnten durch dieses Projekt 171 gestrandete Migrantinnen und Migranten bei ihrer freiwilligen Rückkehr unterstützt werden. Die Rückreisen erfolgten hauptsächlich in die Länder Zentral- und Westafrikas.
  • Die unterstützten Personen waren oftmals junge Männer aber auch Personen in vulnerabler Situation (Frauen mit Kindern, unbegleitete Minderjährige oder Personen mit medizinischen Problemen).
  • Insgesamt 112 Berufsprojekte konnten umgesetzt werden. Die Mehrheit der Wiedereingliederungsprojekte waren Mikroprojekte vornehmlich im kommerziellen und Dienstleistungssektor.
  • Im November 2007 fand in Rabat ein Table Ronde mit allen beteiligten Akteuren statt. Ziel dabei war eine Evaluation der Ergebnisse und die Festsetzung von Synergien mit anderen europäischen Ländern. Dieser runde Tisch ermöglichte die zweite Projektphase, welche von der Schweiz, Norwegen und anderen europäischen Ländern gemeinsam finanziert wird.
  • Es wird davon ausgegangen, dass von Juli 2008 bis November 2009 - durch die gemeinsame Finanzierung durch die Schweiz, Italien, Norwegen, Belgien und den Niederlanden - ebenfalls 570 Migrantinnen und Migranten mit einer Reintegrationshilfe in ihr Herkunftsland werden zurückkehren können. In dieser neuen Projektphase konnten bereits 502 Personen von IOM unterstützt werden.
  • Die weitere Projektphase bis April 2010 wurde von der Europäischen Kommission kofinanziert. Die aktuelle Projektphase bis Juni 2011 wird durch eine gemeinsame Finanzierung mit Belgien ermöglicht und sieht wiederum die Unterstützung von 500 Migrantinnen und Migranten vor.